Hintergrund

Am 17. Juli 1936 putschte General Francisco Franco gegen die Zweite Spanische Republik. Im darauffolgenden Bürgerkrieg kamen Schätzungen zufolge weit mehr als 200.000 Menschen ums Leben. Viele von ihnen fielen dem Terror im zivilen Hinterland zum Opfer. Verschwindenlassen, Folter und Mord gehörten für die Zivilbevölkerung zum Alltag. Nach Francos Sieg gegen die republikanischen Truppen 1939 etablierte General Franco eine Militärdiktatur, die erst 1975 endete, als er eines natürlichen Todes starb. Seitdem kämpfen die Angehörigen der Opfer um Anerkennung durch den spanischen Staat.

Die meisten Opfer der republikanischen Truppen wurden während der Franco-Zeit geborgen und begraben. Den Opfern Francos dagegen wurde ein Begräbnis verwehrt. Von ihnen liegen noch heute, 76 Jahre nach dem Beginn des Bürgerkriegs, hunderttausende Menschen in Straßengräben, auf Äckern und unter Spielplätzen verscharrt, ohne dass sich der spanische Staat für sie verantwortlich fühlt. Der „Pakt des Schweigens“ von 1977 sollte Politik und Gesellschaft in demokratische Bahnen lenken. Der Preis dafür war die Tabuisierung der Vergangenheit.

Vor ein paar Jahren begannen die Enkel der Franco-Opfer, ihre Angehörigen selbst zu exhumieren. Sie begeben sich damit nicht nur auf die Suche nach ihrer eigenen Identität, sie tragen auch dazu bei, dass in Spanien nach und nach ein kollektives Gedächtnis entsteht und eine längst überfällige Aufarbeitung der Vergangenheit beginnt.
Ponferrada